29 – Schrenck-Notzing: Die neue Linke und der Niedergang der CDU

Shownotes

Die zwei Werke „Zukunftsmacher“ (1968) und „Honoratiorendämmerung“ (1973) des konservativen Publizisten Caspar von Schrenck-Notzing (1927–2009) erscheinen angesichts des Auftretens einer woken Linken und des Niedergangs der CDU überraschend aktuell. Dr. Alexander Eiber, der die erste umfassende Biographie über Schrenck-Notzing vorgelegt hat, erläutert im Gespräch mit Sebastian Krockenberger damalige Grundzüge des politischen Lebens wie die 68er-Revolte und die Machtorientierung der CDU, die in der Gegenwart zu einer krisenhaften Verschärfung beitragen.
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Caspar von Schrenck-Notzing: „Zukunftsmacher – Die neue Linke in Deutschland und ihre Herkunft“
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Literatur:
Alexander Eiber: „Caspar von Schrenck-Notzing – Konservatives Denken und Leben in Deutschland nach 1945“, Wien 2025
Caspar von Schrenck-Notzing: „Hundert Jahre Indien – Die politische Entwicklung 1857-1960 – Eine Einführung“, Stuttgart 1961
Caspar von Schrenck-Notzing: „Charakterwäsche – Die amerikanische Besatzung in Deutschland und ihre Folgen“, Stuttgart 1965
Caspar von Schrenck-Notzing: „Zukunftsmacher – Die neue Linke in Deutschland und ihre Herkunft“, Stuttgart 1968
Caspar von Schrenck-Notzing: „Honoratiorendämmerung – Das Versagen der Mitte – Bilanz und Alternative“, Stuttgart 1973
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Transkript anzeigen

00:00:00: Ich begrüße Sie zu einer neuen Folge von Kat Echon, das Theorie-Podcast der Bibliothek des Konservatismus.

00:00:09: In dieser Folge geht es um zwei Bücher unseres Stifters Kaspar von Schrenknotsing.

00:00:16: Kaspar Von Schrengnotzing hat aufmerksam die politischen Entwicklungen in Deutschland verfolgt aber auch in den USA und immer wieder auch die Verbindungen und Parallelen gezogen.

00:00:29: Heute Möchten wir uns mit zwei von seinen Büchern beschäftigen, die eine überraschende Aktualität haben.

00:00:37: Gerade angesichts des... Man muss eigentlich schon sprechen von einem Wüten einer wild gewordenen neuen Linken und gleichzeitig der Niedergang der CDU.

00:00:49: Konkret geht es heute um das Werk Zukunftsmacher.

00:00:53: Erschien in nineteen sechzig und das Werkkonorationendämmerung Anfang der siebziger Jahre.

00:00:59: Dafür haben wir zu Gast Dr.

00:01:00: Alexander Eiber, er ist zugeschaltet aus Wien.

00:01:03: Guten Tag Herr Eiber.

00:01:05: Hallo!

00:01:06: Grüß Sie Herr Glockenberger.

00:01:07: Er ist Historiker und Politikwissenschaftler und er hat die erste umfassende Biografie über Casper von Schrenknotzing verfasst.

00:01:17: Lange Jahre hatte in der Parteizentrale der CSU strategische Arbeit gemacht also er kennt die Unionsparteien von Ihnen.

00:01:26: Heute arbeitet er als Realist in Wien.

00:01:29: Kaspar von Schrenk-Notzing gehörte zu den zentralen Köpfen des deutschen Konservatismus nach nineteenundvierzig und er hat zahlreiche Bücher verfasst, der hat sich quasi auch um die Vernetzung der Konservativ'n in Deutschland aber auch international gekümmert.

00:01:45: Und da möchte ich jetzt gleich in die Materie einsteigen, liebe Herr Eiber!

00:01:50: Die Zukunftsmacher, die neue Linke und ihre Herkunft.

00:01:53: Was hat Kaspar von Schrenknotzing damals bewogen, dieses Buch zu schreiben?

00:01:57: Für Schrenknotzing waren die Zukunftsmacher eigentlich sein erstes Eindringen in die Tagespolitik.

00:02:03: Muss man vielleicht ein bissel zur geistigen Genese Schrenkknotzings einordnen.

00:02:08: Seinen ersten großen Aufschlag den hat er in der Nauzehntunsechzig gewagt mit einem Buch über Indien.

00:02:14: Das war so ein Ritt durch die Geschichte.

00:02:17: Hundert Jahre Indien eigentlich ein relativ unpolitisches Thema.

00:02:20: Die Gefährten von ihm wie Amin Mola haben es trotzdem damals in eine kolistische Tradition eingeordnet.

00:02:28: Man muss ehrlicherweise dazudagen, Mola hat das Buch wahrscheinlich mehr in seinen Denken der damaligen Zeit eingeordnete als in das von Schrenknotzig.

00:02:37: Aber man hat bei diesem Buch hundert Jahre Indien schon gesehen.

00:02:42: Das schränkt Nossing so etwas, wie eine Grundlage legt für das was ihn später interessieren wird.

00:02:47: Er hat sich nicht nur mit der Unabhängigkeit des Landes beschäftigt sondern er hat sich auch rechte Parteien, rechte Bewegungen konservatives Grundsatzdenken angesehen im Kern eigentlich etwas auf den Punkt zu bringen eine Situation der Gefährdung zu identifizieren.

00:03:07: Schränk war mehrmals in Indien und in dieser Zeit war er eigentlich sehr von den Entwicklungen in Deutschland abgeschnitten.

00:03:15: Er sagt selbst, in mehreren Texten, dass er die Situation in Deutschland eigentlich gar nicht so genau verfolgt hat.

00:03:23: Als er dann zurückkommt muss man sagen es ist so etwas wie ein Erweckungserlebnis für Schränke und dieses Erweckerungserlebnis ist eigentlich die Grundlage für seine zwei großen Bücher, die er in der Folge schreibt.

00:03:35: also er schreibt insgesamt sechs Bücher Aber die Zwei, also die Charakterwäsche in den Sechzehn und Sechzig.

00:03:42: Und

00:03:43: eines der Bücher über die wir heute sprechen – Die Zukunftsmacher in den sechzehnt und sechzig, das sind eigentlich seine großen politischen Grundlagenwerke.

00:03:51: Die Zukunftsmacher sind deshalb interessant und auch im Zusammenhang mit der Union und im Denken schränkt Notzings weil sich das Buch gegen eine oder zwei Gruppen richtet die Schränk immer als politische Gegner für ihn identifiziert hat.

00:04:10: Bei den Zukunftsmachen sind es ganz klar die Linken, bei der Charakterwäsche, dem Vorgängerwerk waren das noch die Liberalen.

00:04:18: also er vollendet eigentlich wenn man so sagen möchte vielleicht die politische Zange die er aufgemacht hat.

00:04:25: im Jahr nineteenhundert fünfundsechzig.

00:04:27: jetzt lassen sie mich da allen einsteigen aber eher kommen weil man muss vielleicht auch irgendwas zur Zeit Situation sagen.

00:04:33: neunzehnundsechszig Schränknotzing kommt aus Indien, hat in Deutschland sein Erweckungserlebnis.

00:04:39: Klischeemäßig ist es ja in der Zeit so viele Leute gehen aus Deutschland nach Indien und suchen dann in Indien ihr Erweckerungserlebnis.

00:04:46: Was waren da die Zeitumstände in Deutschland, die ihn eigentlich dazu motiviert haben das zu schreiben?

00:04:53: In den Sechzigerjahren sind der große politische Umbruch den Schränke beobachtet.

00:04:58: also es geht diese Adenauerzeit vorbei.

00:05:01: Aber Adenauertär verschränkt noch für in einem Burgfrieden gestanden ist.

00:05:06: Der verhindert hat, dass es zu diesem Wendbögelkrieg der Ideen kommt und nach HDNR bricht das eigentlich auf.

00:05:14: Schränkt macht damals in den Sechzigerjahren einen Generationenkonflikt aus.

00:05:18: bei diesen Generationenkonflikten stehen sich die Väter und die Söhne oder Töchter gegenüber Und wir sind auf dem Weg zu dem was wir heute dann als die Revolution von Anfang der neunzehntiger Jahre waren.

00:05:37: Das heißt, Schränke ist völlig verwundert, dass das gesellschaftliche Klima in dem Bundesrepublik sich radikal geändert hat und dass eigentlich so etwas wie eine neue Richtungsdiktatur entsteht.

00:05:52: Schränken eines selbst so!

00:05:54: Also d. h., ein Aufkommen einer neuen Linken die an allem tradierten, an allem überlieferten Auch an allem, was organisch gewachsen ist für ihn gesellschaftlich lüttelt und damit eigentlich die Bundesrepublik vom Kopf auf die Füße stellt.

00:06:11: Ich da möchte schränken.

00:06:13: Er behauptete das auch selbst als er der erste war eine krulligende Untersuchung.

00:06:18: Wer sieht denn diese Leute vorlegen um mit in Zukunft zu machen?

00:06:21: macht er das dann?

00:06:22: Ja da ging es ja schon hin und her also in der Zeit.

00:06:26: viele erinnern sich hier in Berlin an den Scharbesuch wo ein ein junger Student erschossen wurde bei Gegenprotesten.

00:06:35: Die sexuelle Revolution hat sich Bahnen gebrochen, also klassischen Werte die Fokussierung auf Familie.

00:06:44: Schränke ist es ein Werteverfall ja?

00:06:46: Das ist exakt der Unterschiedes bei ihm und das glaube ich nach den auch Interessanten in der Einordnung zu anderen Zeit beobachten dieser Epoche.

00:06:56: Der Wertevervollfindel verschränkt nicht nur im privaten oder eine Familienstadt.

00:07:00: Also es ist keine obseits der Politik definierte Einheit, sondern das ist auch eine politische Umweltsung.

00:07:09: Ja und da entsteht ja eigentlich in den sechziger Jahren so diese Gesellschaft die wir heute irgendwie haben.

00:07:16: Es ist alles irgendwie so amorf sehr ideologisiert Alles sehr individualisiert.

00:07:23: Menschen sind gar nicht mehr bereit Normen zu akzeptieren oder irgendwelche irgendwelche Werte, die quasi Selbstdisziplin oder Unterordnung erfordern.

00:07:35: Und da ist es im

00:07:38: Prinzip ein Autoritätsverlust der sich von oben nach unten und links nach rechts also der sich entschluss wie eine Diagonale durch die komplette politische Landschaft zieht.

00:07:50: das können Institutionen sein so wenn wir zum Beispiel an die Entwicklung der Kirche denken Schenknotzing eben im Zuge dieser demonstrationsstudentischen Bewegung selbst aus der Kirche ausgetreten, weil er eine Politisierung vorgeworfen hat.

00:08:05: Dieser Autoritätsverlust, den Schränk feststellt, das ist positiv oder im Umkehrschluss gesagt eigentlich die Politisierung aller

00:08:13: Lebensbereiche.".

00:08:14: Das heißt, Sie können nichts mehr tun wo sie keine politische Verantwortung spüren oder wo sie eine politische Verantwortung genommen werden.

00:08:23: D.h.,

00:08:24: die Grundsatzfrage wird ganz neu gestellt wenn wir uns den Parteityper anschauen der damit konfrontiert ist.

00:08:30: Wir haben damals ein Dreiparteinsystem im Prinzip.

00:08:34: Das Dreiparteinsystem hat sich konzentriert, nachdem Vertriebenen etc.

00:08:39: aufgebrochen sind und die Union das Ganze absorbiert hat.

00:08:42: und dann stehen sich SPD und CDU gegenüber und die FDP so als Drehpunktspieler im Moment.

00:08:48: Und in dieser Konzentration sind zwei Volksparteien, die eigentlich überhaupt nicht und vor allem die CDU damals überhaupt nicht zur grundsätzlichen Auseinandersetzung gerüstet ist, konfrontiert mit einer Bewegung die diese Grundsatzfrage aber stellt.

00:09:04: Also, die die moderne Revolution will.

00:09:08: Moderne Revolution bedeutet, dass Schraubtschenke auch in der Zukunft machen eine Analogie zu den französischen Revolutionen und Umsturzbewegungen.

00:09:20: Sondern es ist eine Bewegung, die Schritt für Schritt vorgeht zuerst an den Universitäten fest setzt, die später in die Kirchen geht.

00:09:31: Die an die Theater weh.

00:09:33: Also diese Bereiche will die Gesellschaft beeinflussen aber den Einzelnen ist einem ganz alltäglichen Lebensbereich eigentlich nicht berühren und deshalb ist es auch eine fleichende Revolution schlagen wollen, ins Jahr XXVI.

00:09:53: Also wir reden ja fast von einer, war nicht von sechszig Jahren jetzt dann dieser schleichende Prozessinwerkung bis heute immer noch?

00:10:02: Ja der macht durch die Institutionen ist ja da das Stichwort und der Kultur Marxismus.

00:10:08: also er hat hier in seinem Buch auch Konrad Lorenz zitiert und ich finde in diesem Zitat, also in diesem längeren Zitat dass da Schränk bringt charakterisiert Konrad Lorenz eigentlich sehr gut diesen Traditionsabbruch und was es bedeutet, wenn ich das mal vorlesen.

00:10:26: Es kommt, wenn ein junger Mensch die Tradition in der Kultur annehmen soll auch bei gescheiten jugendlichen erstaunlicher Weise weit weniger auf den einsehbaren Wert oder unwert der betreffenden Tradition an als auf ganz bestimmte sociologische Beziehungen, in denen der Empfänger der Überlieferung zu ihren Gebern

00:10:44: steht.".

00:10:45: Ibe und Begeisterung für die Werte einer Kultur entstehen offenbar nur dann mit einiger Verlässlichkeit, wenn der Heranwachsende mit einem oder mehreren Vertretern in engen sozialem Kontakt steht, gemeinsame Aufgaben mit ihnen vollbracht hat und nicht zuletzt ein gerütteltes Maß von Respekt zu sie besitzt.

00:11:04: Allerdings muss der Repräsentant des Überich, dessen Verhaltensnorm man zu den Seinen macht, nicht nur liebenswert sein sondern auch das Gefühl unbedingt der Anerkennung seiner Rangordnungsmäßigen Überlegenheit einflößen.

00:11:18: Auch die Ethnologen bezeugen, dass für die Aufrechtbehaltung über lieferter Sitten und Gebräuche nur die Liebe zu ihnen verantwortlich ist sondern mindestens ebenso sehr die Furcht vor den Folgen ihrer Missachtung.

00:11:31: Viele Eltern getrauen sich vielleicht wegen eines missverstehens demokratischer Prinzipien nicht mehr ihren Kindern gegenüber eine übergeordnete Stellung in der sozialen Rangordnung zu behaupten.

00:11:43: Da die Kinder ihrerseits ungehemmt dem Drang nach möglichst hoher Rangstellung fröhnen, ergibt sich eine Umkehrung des phylogenetischen vorgesehenen Verhältnisses.

00:11:55: Es richtet sich aber kein Mensch nach den Sitten und Gebräuchen seiner Untergebenden – jüngere Generation denkt also gar nicht daran, die Verhaltensnormen der Eltern zu übernehmen!

00:12:05: Da nun aber der Mensch von Natur aus ein Kulturwesen ist, sind Zeuche die Tradition entbährende Jugendliche zutiefst unbefriedigt und werden von dem ererbten Trieb irgendeiner Gruppe anzugehören dazu veranlasst die erstaunlichsten Ersatzobjekte anzunehmen.

00:12:21: Also ich finde in diesem Zitat macht ja Lorenz sehr deutlich, was quasi die Folgen sind wenn Autorität und Tradition zusammenbrechen.

00:12:29: Und dass das dann quasi zu dieser Orientierungslosigkeit führt in der wir dann auch drinstecken letztendlich als Gesellschaft.

00:12:36: und das spannende eben bei Schränknotzing ist, dass er jetzt hier sozusagen versucht Erkenntnisse überlegungen aus der Ethnologie, Anthropologie kommen mit dem politischen Tagesgeschehen zu verbinden tief auch in die inhaltliche Analyse einsteigt.

00:12:55: Es ist bei Schränke genau der Punkt, dass Generationenkonflikt ist.

00:12:59: Also den er jetzt mit dem Blick auf den Einzelnen, den man online bei Lorenz nimmt wie einen Kristallationspunkt sucht diesen Kristallationspunkt, den er dann findet Sie haben es vorher angesprochen, sexuelle Revolution.

00:13:13: das ist natürlich mehr als eine komplette Liberalisierung der Gesellschaft an schleifenden Standards Ein Schleiß in dessen, was als Status quo oder Common Sense bis jetzt gegolten hat.

00:13:27: Und die größere Frage, die sich da das abbleitet ist zum einen der beschriebene Generationenkonflikt und zum anderen natürlich die politische Gemengelauge mit der sich damals die CDU vor allem konfrontiert sieht.

00:13:42: also sie hat es wieder mit so etwas mit einem wilden Parteitück zu tun der zwar nicht als Partei funktioniert, weil es eine außerparlamentarische Bewegung ist.

00:13:53: Aber wenn man ihn pründeln möchte, steht er genau als solcher Block, wenn auch außerparlementarischer Union gegenüber.

00:14:01: Ehrlicherweise stellt sie ebenso wie heute – heute glaube ich von links und von rechts – wo die Union damals schon ringt nach einer Antwort?

00:14:13: Und sie findet diese Antwort nicht!

00:14:15: Okay, also zu Union.

00:14:16: kommen wir dann beim zweiten Buch, Generationsdämmerung.

00:14:19: Jetzt würde ich nochmal bei Zukunftsmacher noch mal tiefer einsteigen gerne.

00:14:22: Also das Spannende ist er fängt ja im Prinzip schon bei der Paulskirche an, ne?

00:14:26: Die Achtzehn-Achtenvierziger-Revolution schaut aus sich an und versucht im Prinzip so die Geschichte der Linken von Mitte des neunzehnten Jahrhunderts bis eben Ninzehundsechzig zu zeichnen und dadurch auch ...zu zeigen, was das für ein Typus ist.

00:14:47: Linker Politik, den man da...

00:14:50: Er geht sogar noch früher zurück!

00:14:52: Also er geht sogar eigentlich noch in den sechzehnten Jahrhunderts zurück und zwar in die Zeit der französischen Revolutionen.

00:14:59: Wer unterscheidet das ja genau?

00:15:00: Das finde ich interessant.

00:15:02: Inzwischen wie auch in den Sechzehn neunund achtzig verschränkt eine Liberale Revolution also die konstitutionelle Verfassung Und im Jahr ist das die publikanische Linke.

00:15:15: Das ist deshalb wichtig, weil wenn man sich mit den Linken auseinandersetzt, dann ist es für Schränk immer eine Auseinandersetzung mit der Aufklärung.

00:15:27: Dieser Weg kann gar nicht anders führen als mit dem Vernunftdenken, dem Rationalitätsglauben aus dem frühen VIII.

00:15:34: Jahrhundert.

00:15:35: Und der zweite wichtige Punkt bei Schränk ist, der überträgt sich dann auch ins Jahr nineteen- sechzeigundsechzig und in die Suche nach den neuen Linken.

00:15:44: Diese teilweise funktionierende Allianz zwischen dem Liberalen auf der einen Seite und auf der anderen Seite den Linken.

00:15:53: also um es auf einen Punkt zu bringen Es gibt den Linkener Schreck Notzing eigentlich gar nicht wenn es nicht vorher den Liberalen gibt denn der Liberale ist immer der Helfer des Helfer.

00:16:06: Aber wenn ich da mal so fragen darf, normal, klischeehaft hat man ja die Vorstellungen im Kopf.

00:16:13: Ja, die Linken machen Politik für die Arbeiter, der kümmern sich um soziale Fragen und die Liberalen möchten eben die Wirtschaft befreien.

00:16:25: Die möchten dass das Mittelstand sich entfalten kann, dass man Reichtum anhäufen kann, das große Unternehmen entstehen können.

00:16:34: Warum, wie bringt jetzt Schränk das zusammen oder wie verhandelt der das?

00:16:40: Die Wirtschaftsliberalen interessieren Schränke eigentlich nicht.

00:16:43: Freihandel, kommerzielle Aspekte ökonomischer Fortschritt.

00:16:48: Das ist nie die Perspektive gewesen bei Schrecknotzing beim Liberal, die ihn wirklich interessiert

00:16:52: hat.

00:16:53: Auf was er den Augenmerk legt, dass es da gesellschaftliche und der grundsätzliche, die grundsätzliche Selbstidentifikation des Liberalen.

00:17:04: Schreit-Notzing lebt der Liberale immer vom Dialog.

00:17:07: Das

00:17:07: ist ein ständiges Selbstgespräch mit sich selbst im Prinzip in vieler Art und Weise abgekoppelt von der Außenwelt alles immer unter dem Diktum Freiheit.

00:17:18: Man müsste eigentlich eher sagen – weil Freiheit auch ein sehr positiv besetzter Begriff ist.

00:17:25: für den Liberalen ist es immer Befreiung von etwas Also das Auflösen von Bindungen, Loslösung vor einer etatistischen Position.

00:17:35: Das setzen auf Institutionen und damit lockert er den Boden.

00:17:40: Und das ist ein gesellschaftlich politischer Boden und diese Lockerung führt dazu dass der Linke ihn besähen kann, dass der linke ihn bearbeiten kann.

00:17:52: also würde dieser Liberale nicht im ständigen Dialog an der Ordnung rütteln Und diese kräfte Schwächen gäbe es überhaupt gar keinen Nährboden dafür, dass der Linke diese Ordnung stürzen kann.

00:18:05: Denn dieses Bündnis aus liberal und links ist nur ein temporäres.

00:18:10: Ab dem Punkt wo der Linkel sich entscheidet die Ordnung tatsächlich anzugreißen um zu stürzeln.

00:18:17: Wechselt der Liberale die Seiten weil das will er dann wieder nicht.

00:18:21: Das geht ihm eigentlich zur weit.

00:18:22: Er möchte nur ständig Kritik üben aber er ist keiner der den Umsturz will.

00:18:28: Die Folgen dessen, und das wirft Schränke in Liberalen auch vor, bedenkt er natürlich nicht.

00:18:33: Und so wurde er bei der französischen Revolution zum Helfer-Selver der Linken.

00:18:42: So wird er es auch wieder, in den letzten Jahren.

00:18:44: Deswegen macht Schrenk auch diese Klammer auf, wo er davon spricht, dass in den nächsten Jahren eigentlich die Epoche der zweiten Aufklärung ist.

00:18:52: Aber was für ein Bild von der linken zeichnet er denn der Schränk?

00:18:58: Ich fand eben sehr interessant, dass er sich auch nochmal so die zwanziger Jahre anschaut.

00:19:02: Dass da auch was Entscheidendes passiert ist.

00:19:04: Also so Dadaismus und so.

00:19:07: Der Kernpunkt bei dem Linfen in den Schränk dann im zwanzigsten Jahrhundert identifiziert es eigentlich immer der Blick auf den Demos also ein Gegensatz zwischen der Demokratie auf der einen Seite und der Demokratisierung dem Sinn der Linken auf der anderen Seite.

00:19:27: Jetzt klingt beides eigentlich gleich gut, möchte man sagen.

00:19:32: Beides ist gleich richtig.

00:19:33: Für Schränke ist die Demokratisierung aber eine Verfallsform der Demokratie.

00:19:38: Was bedeutet das?

00:19:40: Die ursprüngliche Demokratie sind auch die linke Idee der Volkssouveränität nach Rousseau.

00:19:45: Also eine Mehrheitsposition, die noch durch Autoritäten damals Royalistisch, das System Meternik etc.

00:19:53: unterdrückt ist und derma durch mehr Demokratie oder durch die Befreiung der Stände zu einer politischen Stimme verhilft.

00:20:02: Jetzt haben sie die linke Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts angesprochen und da liegt ein Krachboot für Schenknatze.

00:20:09: Nach dem ersten Weltkrieg, den matrosen Aufstand in Kiel scheitert die deutsche Revolution Die russische gelingt die Oktober-Revolution Und es kommt dieser Weimarer Kompromiss, diese berühmte Demokratie ohne Demokraten.

00:20:27: Während dieses Weimarers Kompromisses passiert etwas ganz Entscheidendes für Schenknotzing auf Seiten der Linken und zwar sie verlieren den Glauben in das Volk also eigentlich auch den Glauben im Mehrheitsprinzip.

00:20:41: Schenkformuliere ich noch drastisch, die Linke fällt vom Volk von der Mehrheitsgesellschaft ab.

00:20:48: Warum tut sich das in seinen Augen?

00:20:50: Es kommt nicht nach, neunundzwanzig, dreißig, einandreißig zu großen demokratischen Revolutionen.

00:20:59: Sondern die Massen stellen sich auf die Seite von Hitler und das lässt den Linken den Glauben an das gute im Menschen verlieren.

00:21:09: Und diese Position wird dann nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik für ihn wieder relevant, weil man die Position verändert.

00:21:20: Und die Position verändert sich so, dass man nun auf Eliten schaut.

00:21:25: Das heißt vor allem in den Medien schränkten Endes dann später so die schicke Linke

00:21:29: z.B.,

00:21:30: eine Beziehungsgeflecht.

00:21:31: Also das heisst, die eigentlich eine andere Ordnung möchte weil die jetzige Demokratie defizitär.

00:21:40: für sie ist es kein Verlass auf die Mehrheitsgesellschaft.

00:21:44: Die große kritische Masse kann auch in des größte übel Hitler umschlagen.

00:21:50: Und deshalb ist die Demokratisierung der Linken und das Demokratieverständnis der Linkin immer in der Analyse schränkst auf einen Zukunftsstaat ausgerichtet, also das heißt eigentlich eine Überwindung der jetzigen Demokratie.

00:22:05: und mit Achtundsechzig versucht man diese Überwindungen durchzusetzen und sie gelingt auch im Field.

00:22:11: Ja, das ist sehr interessant!

00:22:13: Genau, also die Schickeria der Ansprüche, die verortert er vor allem in den Rundfunkhäusern ist dann auch lustig dass er so hervorhebt das Schweizer Kette Möwenpick die Kantinen da in den rundfunk Häusern

00:22:27: betreibt.

00:22:29: Und man wird dabei beim Humor über den Klassenkampf resoniert.

00:22:35: Das ist diese Spaltung im alte und neue Link.

00:22:38: Es gibt auch in der Bewegung von ... Das ist die Organisationslinke, von der er spricht.

00:22:46: Also das heißt... Die klassische SPD sind auf der anderen Seite die Gewerkschaften.

00:22:52: Das ist alles was um die traditionsreiche Sozialdemokratie sich formiert.

00:22:58: und auch zur klassischen Linkenzelder dann noch die subversive Linke.

00:23:02: Ja!

00:23:02: Das ist sie, die sehr eng an die Sowjetunion damals im Kalten Krieg gebunden ist.

00:23:08: Die ist aber politisch eigentlich manövrier-unfähig.

00:23:12: Naja, die subversive Linke kann nur nach Moskau.

00:23:14: Wo soll sie sonst hin?

00:23:16: Und die Organisationslinke ist parteipolitisch gebunden und muss sich im deutschen Parteienstaat das Dreiparteinsystem einfach arrangieren.

00:23:25: Sie muss sich gegen die Union durchsetzen.

00:23:27: Beide Bindungsprobleme haben diese schicke Linke, Schikaria wie sie gesagt haben in dem Kulturbereich und auf der anderen Seite diese junge Linke dann Konflikt mit der Feder-Generation stütlich.

00:23:40: Das heißt, sie haben viel mehr politische Beinfreiheit und diese politischen Beinfreiheit nutzen Sie zum ersten Mal in einer Bundesrepublik indem Sie es auf die Straße tragen und in die außerparlamentarische Oppositionen.

00:23:53: Und auch vom Mentalitätsaspekt her ist diese Unterscheidung ganz interessant bei Schränk Denn schicke Linke und junge Linke sind in viel viel geringerem Ausmaß ideologisch gebunden als Die alte Linke.

00:24:09: Er beschreibt das als Heimatlose-Linke eigentlich im Prinzip, die entsteht auch in der Weimarer Republik.

00:24:16: Die entsteht als Konkursmasse zwischen SPD und KGBÖ also in dieser Unsicherheit diese Ordnung suche, die gibt es in der weimarer Republic auf der rechten, die gibts aber auch auf der linken.

00:24:31: Und deshalb ist diese Revolution von der Kulturrevolution, als solche sie sich später durchsetzt.

00:24:39: Auch immer noch ein ständiges Suchen.

00:24:41: also das Ergebnis steht nicht vorher fest.

00:24:44: es ist keine klassische Revolution von unten die Ordnung stürzt eine neue Verfassung einsetzen will das wollen wir eigentlich nicht.

00:24:54: Sie wollen über den Maß durch die Institutionen irgendwo hin aber zum damaligen Zeitpunkt wissen sie auch noch nicht wohin.

00:25:02: Und deswegen wird erst einmal sehr, sehr vieles drümmert.

00:25:05: oder wie Arnold Gehling gesagt hat.

00:25:08: Es ist eigentlich allem das Mark aus den Knochen geblasen und dann wird man noch zu einer Schuppenhauer ähnlichen kreativen Kraft der Zerstörung von links irgendwann danach mal sehen wo es hingeht.

00:25:21: Also sehr viele nihilismus, sehr viele Lebensgefühle... Sehr viel

00:25:26: Lebensgefühl ja!

00:25:29: Und es ist halt vor allem eine Bewegung, die eben auch im intellektuellen Bereich entsteht.

00:25:33: Die im Kunst- und Kulturbereich von den zwanziger Jahren dann entsteht und dann eben in so mit dem Jahr achtundsechzig zum Durchbruch kommt.

00:25:43: Aber auch im Buch Zukunftsmacher...

00:25:45: Die Intellektuellens sind träger dieser Träger und Sympathisten dieser Revolution.

00:25:49: Aber im Buch Zukunftsmacher spricht der doch noch mal die Rolle der Besatzungsmächte an wieder quasi sozusagen als diejenigen, die Nachkriegsordnung sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland etabliert haben, da einen Rahmensetz für solche Entwicklungen.

00:26:07: Können Sie das so sagen?

00:26:08: Die Besatzungsmächte sind für Schränke eigentlich die Charakterwäsche.

00:26:14: Also das ist dieser Ursprung den ich ganz am Anfang einmal kurz angedeutet habe mit diesem Zusammenhang der Charakter-Wäsche und dem Zukunftswachen.

00:26:21: Schränke ist der festen Überzeugung, dass die Revolution der Sechzigerjahre überhaupt nicht möglich gewesen wäre.

00:26:28: Hätte es nicht um Erziehungen in seinen Augen und der Besatzungszeit gegeben.

00:26:35: Für Schränk ist diese Umerziehung so etwas wie ein Superdene-Talesdefizit an Deutschen.

00:26:41: Er bezieht, das muss man einschränken schon klarstellen.

00:26:44: Nicht auf die Verfassungsrealität.

00:26:47: Also NATO-Beitritt, der Eingliederung dieses westliche Bündnis, volle Souveränität des deutschen Staates nach dem Ende des Besatzungsstatuts.

00:26:58: Das Zweifelschenk nutzt sich alles nicht an aber er geht davon aus dass die Deutschen auf der einen Seite von den Amerikanern, so indem das war also wie wir eingangs darüber geredet haben aus Indien zurückkommt.

00:27:12: Von den Amerikalern alles bekommen haben.

00:27:15: Also Kehrpakete auf der anderen Seite und die Demokratie auf der Anderen Seite.

00:27:19: Und in Schränksworten musste man dafür dann nur die deutsche Geschichte opfern.

00:27:24: Aus dieser Umerziehung Das wäre der letzte Gedanke dazu durch die anti-autoritäre Welle, die Deutschen erfahren wird später eine Vergangenheitsbewältigung.

00:27:40: Die Wesentliches für die neue Linke und diese Vergangenheizbewältigungen ist nichts anderes als eine Selbstummerziehung verschränkt.

00:27:48: also die Deutschen haben in seinen Augen das so absorbiert dass sie es jetzt selbst wollen und dass sich die Ummerziehungen an sich selbst vollziehen.

00:27:57: auch das machen Sie mit.

00:28:00: Also ich weiß, was schon auffällig ist.

00:28:02: Er verortet das ja vor allem auch diesen Einfluss auf Deutschland bei den linken Amerikanern also die Universitäten an der Ostküste.

00:28:15: er nennt da explizit Georgetown.

00:28:18: oder er macht es auch so deutlich dass eigentlich wenn die republikanische Partei in den USA Wahlen gewonnen hat, dass Deutschland eigentlich immer gut getan hat und diese eher pazifistischen Gesellschafts auflösenden Tendenzen eben von der demokratischen Partei kamen.

00:28:36: Also wenn die demokratische Partei dann mal wieder Wahlen gewonnen hat, hat man das dann auch sozusagen politisch in Deutschland gespürt wird und hier wieder Oberwasser hat?

00:28:47: Ich glaube es geht generell um die US-Auberstrengung.

00:28:51: Es ist diese klassische American Way of Life der sich dann vor allem in der Kennedy-Ära und danach kennende Ära und dem Lüterster, der damit verbunden ist.

00:29:02: In Deutschland Baumbricht und er überschwappt.

00:29:05: Es ist aber bei Schlenknotzing kein plumper Anti-Americanismus.

00:29:10: Das ist nicht verbunden mit Reson Timos.

00:29:13: Diese Wasserscheide verläuft richtigerweise so wie sie es gesagt haben also auf der einen Seite die demokratische Partei die schon in den neunzehntrissiger Jahren einen neuen Liberalismus, der sich von alten Bindungen löst ausbildet und auf der anderen Seite eine republikanische Gegenbewegung.

00:29:32: Wobei schränk weniger auf die Partei selbst schaut.

00:29:36: Natürlich sind es Leute wie Barry Goldwater, der nen sechzigpräsidentschaftskandidat ist.

00:29:42: Und dann in der Klammer neunzent achtzig Ronald Reagan, der tatsächlich Präsident wird aber für ihn Viel viel interessanter.

00:29:51: diese Sammlungsbewegung der Konservativen in den USA, die sich da zusammen tut.

00:29:56: Das hat für ihn immer Vorbildcharakter also von den Traditionalisten bis zu den Evangelikalen und von den Libertären bis zu dem gesellschaftlich-konservativen.

00:30:08: Diese Gegenbewegungen um den USA die sich hier ausbindet auf der einen Seite gegenüber dem demokratischen neuen Liberalismus ist Für Schränk immer verbunden mit einer Leertugel eigentlich für die Deutschen und auf der anderen Seite ist die Entwicklung natürlich sehr stark in der Bundesrepublik, weil wir ja damals immer noch im Kalten Krieg stehen.

00:30:33: Also diese Westbindung wie der Stichwort Armin Mola, der eine Westbindung stärker an Frankreich wollte, das hat Schränknotsing durchaus gutiert, aber der hat es nicht so einseitig gesehen wie Mola.

00:30:48: Also Schränk wollte dieses amerikanische Bündnis mit Deutschland nie aufkündigen – trotz dem was er als American-Wire-Fly von verwerflich definierten und etwas übergeschwoppt ist?

00:30:59: Ja die Probleme werden ja auch in den USA kritisiert.

00:31:02: das ist ja das spannende dass da eben auch die Diskurse laufen und was wir jetzt gerade in den usa erleben ist ja diese Kritik an einer Ein Globalisierung oder ein Werteverfall auch dort waren.

00:31:19: Oder das, was wir heute als Vogue bezeichnen.

00:31:23: Also diese Vogue-Bewegung ist eigentlich nichts anderes als eine neue Linke die schon vor sechszig Jahren beschrieben hat.

00:31:30: und

00:31:31: es ist auch interessant dass ich in dem Parameter überall einen sehr langen Zeitraum überhaupt nichts geändert habe.

00:31:38: Also hätte es das Wort damals schon gegeben oder wäre es irgendwie Mode gewesen in der politischen Diskussion, dann hättest Schränk damals nicht von den neuen Linken sondern vom Waltenlink gesprochen.

00:31:50: Der jetzige Ausbruch ist immer noch und da ausflusst eine Bewegung von sixty-eight.

00:31:54: Und jetzt haben wir ein zweiter Buch zur Generation Demont.

00:32:00: Jetzt haben wir das Problem wie wieder deutsche Parteien starten damit umgeht Also in der Nachrichtszeit, oder eben die deutsche Demokratie als Parteiendemokratie konzipiert.

00:32:13: Schränk beschreibt es ja auch eine Zukunftsmache und wie quasi so die Sowjets eigentlich die Idee hatten Parteien zu gründen.

00:32:21: Und dann mussten die anderen Zonen nachziehen.

00:32:27: Die Sowjets haben quasi es erlaubt dass die Kommunisten... Sozialdemokraten, die Liberalen und die Christdemokratinnen ihre Parteien gründeten.

00:32:39: Und so ist quasi das System jetzt konzipiert worden aber die Partei eigentlich im Prinzip sich mit dem Angriff der neuen Linken auseinandersetzen muss und die da eigentlich am meisten bedroht sind dann die CDU.

00:33:00: es ist ja auch tatsächlich so dass sie von der Macht verdrängt wird.

00:33:05: Willi Brandt wird zusammen mit der FDP Bundeskanzler, die CDU ist plötzlich in der Opposition und Ende der sechziger Jahre bricht sich diese Begeisterung, die gesellschaftlichen Modernisierung eben in der Person Willy Brandts auch politisch waren.

00:33:26: Und ja, Die CDU Auch damals ist es ihr schwer gefallen mit ihrer Oppositionsrolle zurechtzukommen.

00:33:34: Und das ist ja das Thema von Generationsdämmerung, in welchem konkreten Umfeld dieses Buch erschienen.

00:33:43: Streng-Notzings schreibt es eigentlich mitten in dieser Großdebatte der Ostverträge also den Moskauer Vertrag mit der Sowjetunion und dem Warschauvertrag mit Polen.

00:33:53: Unverletzlichkeit der Grenzen die oder neiße Linie.

00:33:56: Das ist diese große Debatte, diese parlamentarische Debatte die sich nach der Bewegung von ... in Deutschland stellt.

00:34:04: Die neue Ostpolitik, Willi Brandt, versucht, sich anzunähern mit...

00:34:10: Die neue Osspolitik vom Braun und die Entspannung dieser neuen Definitionen, nennt das auch diese neue Mitte, die die SPD sucht.

00:34:18: Und wie Sie richtig gesagt haben?

00:34:20: Die CDU geht ... zum ersten Mal in die Opposition.

00:34:25: Rainer Barzel wird erteilschef und in dieser Oppositionsrolle muss sie die Debatte um die Ostverträge führen.

00:34:32: Und verschränke ist diese Situation eigentlich relativ einfach, er glaubt ja man kann eine Position der politischen Mitte also des Austarierens und des Kompromisses vertreten wenn wir in der Regierung sind.

00:34:45: aber die politische Mitte funktioniert nicht in der Opposition.

00:34:50: Deshalb ist auch der festen Überzeugung und verbunden mit der CSU, müssten eigentlich zu dem zurückkehren was für ihn die genuinen konservative Position ist.

00:35:02: Das heißt eine Unterscheidung zwischen Freund und Feind dieses klassische Diktum aus der Lehre von Karl Schmidt.

00:35:12: das ist natürlich damit verbunden dass man grundsätzliche Positionen einnimmt und das heißt in der Debatte um die Ostverträge für Schrecknotzinge ein klares Nein.

00:35:22: Basel wird übrigens mit diesem Coquettieren des Neins, also der Ablehnung der Verträge Parteichef dann.

00:35:29: Nachdem er zwei Jahre nach dem Oppositionsführer wird auch die Partei übernimmt.

00:35:33: Also es gibt in der Basis dieser vielgeschworenen in der Union schon einen Hang dazu dass man jetzt wirklich einmal Farbe bekennt.

00:35:42: Aber dass man konservative Politik macht und zwar im Verständnis seiner Partei die sich als Sammlungsbewegung versteht damals bürgerlich, antikommunistisch gegen den Kurs von Brandt gegen die außerparlamentarische Opposition.

00:35:59: Also die Partei wählt Basel weil sie das im Prinzip will.

00:36:04: In der politischen Realität kann es Basel aber nicht durchsetzen.

00:36:07: Also wir wissen alle, wie die Ostvertragsdebatte ausgegangen ist und sie ist geendet in dem Franz-Josef Strauß reiner Basel retten musste indem er ihm die Enthaltung im Bundestag anempfohlen hat.

00:36:20: und diese Enthaltung der Union im Bundestage hat damals zu passieren und zum Ratifizieren der Verträge geführt.

00:36:27: also Die Union scheitert damals an dieser Grundsatzfrage weil Sie sich nicht bekennen will und sie winnt das übrigens auch in der Folge nicht.

00:36:38: Helmut Kohl wird, ich glaube, dreiundseipzig Parteichef.

00:36:41: Das ist das Jahr wo die Honoration Dämmerung erscheint.

00:36:45: Und auch Kohl schreut diesen Konflikt weil er glaubt dass durch gleiche Grundsätze also ein Eindringen diese Mitte von Brand irgendwann schon der Regierungswechsel kommen wird.

00:36:58: Und das Dreiparteilensystem funktioniert ja relativ einfach.

00:37:01: Schränk formuliert es über Spitzzo, die Deutschen wählen und am Schluss entscheidet die FDP, wer regieren will wenn sie zum Kanzler macht.

00:37:10: Dieser Drehpunkt spielt einen Moment der Liberalen also entweder sozial-liberal oder halt mit den Konservativen

00:37:17: Oder wirtschaftsliberaal dann?

00:37:20: Oder Wirtschaftslibertal wenn Sie mit der Union gehen.

00:37:22: auf der anderen Seite Schränk schreibt die Honoration Dämmerung in eine Zeit hinein, wo sie sich eigentlich gegen Basel richten soll.

00:37:31: Das ist sehr eng verbunden mit der damaligen Linie seines Verlegers Heinrich Sewald.

00:37:37: Sewald gehört im politischen Born zu den entscheidenden Meinungsmachern auf konservativer bürgerlicher Seite und er ist auch ein Gegner der Verträge.

00:37:49: Und Seewald lässt eine Reihe an kämpferischen Schriften gegen die Ostverträge produzieren, in der Hoffnung dass er damit einen Absatzmarkt bei der Union findet.

00:37:58: Aber er täuscht sich genauso wie Schränk und als dieses Buch dann neunzehntelundseipzig erscheint gibt es die Ära Barzel nicht mehr.

00:38:06: und das ist auf einmal aus Rheinland-Pfalz.

00:38:08: Helmut Kohl da und da sagt Schränke Man kann es nicht endgültig nachvollziehen.

00:38:15: Aber dieses Buch soll Helmut Kohl so geärgert haben, dass er es tatsächlich aufkaufen hat lassen und damit vom Markt nehmen konnte.

00:38:22: Das ist eine

00:38:24: schöne Anekdote.

00:38:25: Ja also ein schöner Fingerzeuge auch auf das Verhältnis zwischen Helmut-Kohl und Kasper Schrenck-Notzing für schränkbar Kohl zu werden, was wieder politische Teamfeind in der Folge da ist.

00:38:38: Was ist denn der tiefer Grund?

00:38:41: Man spricht ja immer auch von der CDU, als der Honorationenpartei.

00:38:45: Daher kommt ja auch der Begriff.

00:38:48: mir scheint es so zu sein dass eben mit Wohl dann doch nochmal die Partei eine Wandlung erfährt.

00:38:54: Also Kohl redet glaube ich immer wieder auch gerne von der Mitgliederpartei.

00:38:57: also das soll jetzt keine Honoratione-Partei mehr sein in die CDU sondern Wohl möchte aus der Partei ne Mitgliedepartei machen er möchte die Mitgliederbasis erweitern und Das scheint ja schon so ein Kulturwander gewesen zu sein.

00:39:12: Bei

00:39:13: allem macht Kohl aus der CDU eine Volkspartei und das ist für Schränk der Kern allen Übels.

00:39:20: Eine Volkspartei muss per se auch für ihn nicht schlecht sein, solange sie den Bezugspunkt zu einem Volk hat.

00:39:28: Aber eine Volksparty die sich nur dem Namen nach so definiert in der politischen Ausrichtung aber konturlos Grundsatzprogramme schreibt die, glaube ich das ist im Jahr neunzehnt achtundsebzig.

00:39:42: Die die gleichen drei Grundwerte also Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit haben wie die SPD da anders.

00:39:49: Das steht auch im sozialdemokratischen Grundsatzprogramm.

00:39:54: Das ist für Schränke eine überflüssige Partei.

00:39:58: Und dass der Kern den er Kohl vorwirft Denn es ist der Unterschied zu der Partei von Konrad Adenauer.

00:40:08: Die Adenauer-Partei, auch später dann noch von Erhard Kiesinger – das war für Schränke noch eine Sammlungsbewegung.

00:40:17: und auf der anderen Seite hat damals auch Franz Josef Strauß für Schrenk eine große Bedeutung.

00:40:26: Denn diesen Volksparteikarakter sieht schränkt, dass man ihn auch anders definieren kann, wenn er auf Strauß schaut, also der starke Bayern-Fokus.

00:40:37: Auch ein gewisses durchaus bei Schränk positiv kornotiertes populistisches Element beim Strauß.

00:40:45: Wenn Strauß dann Kanzlerkandidat auch in den Neunzehn und Achtzig wird, spricht Schwenk zum Beispiel nicht davon dass es jetzt der Konservativ oder der Kandidat der Rechten wäre sondern das ist eigentlich der Kandidat... des Populismus, weil Strauss immer identifiziert wurde.

00:41:01: durchschnittswerte Bevölkerung liegt im Unterschied zu dem was Eliten aus Medien, Kultur und gesellschaftlichen Gruppen heute würde man von Angie aussprechen propagieren.

00:41:15: Ja

00:41:16: heißt diese Volkspartei Werdung unter Helmut Kohl ist für ihn gleich bedeutend mit der Belieblichkeit Der Partei, diese Entkernung der Partei das sagt er ihr voraus wird irgendwann dazu führen dass sie auch in der parlamentarischen Auseinandersetzung nicht mehr mehr als fähig sein wird.

00:41:36: Und wenn wir jetzt einen Sprung machen ins Jahr zwanzig sechsundzwanzig und wenn wir sehen wie sich diese Gewichte verschoben haben also seit mehreren Wochen schafft es die Union eigentlich nicht mehr ein Umfragen die Zwanzigprozentmarke zu überspringen.

00:41:53: Sie hat jetzt eine rechte Konkurrenz, die sie fast achtzig Jahre in der Bundesrepublik nie hatte.

00:42:00: Von Schlenk damals immer genannt diese vierte Partei rechts der Union.

00:42:05: Dann ist vieles von dem was er damals schon vorausgesagt hat und wo er sich bei Kohl geirrt hat das muss man auch sagen.

00:42:13: den Kohl hat sechzehn Jahre erfolgreich regiert.

00:42:15: für die Union.

00:42:18: da bekommt er jetzt mit etwas Zeitverzögerung wahrscheinlich recht.

00:42:22: Ja, Kohl ist es ja gelungen mit diesen ganzen Widersprüchen zu leben und irgendwie die Sachen noch zusammenzuhalten.

00:42:29: Oder warum?

00:42:30: Warum hat das so lange gehalten bei Kohl?

00:42:32: Das lag natürlich zum einen am Parteiensystem.

00:42:36: Also in einem dreim Parteiensystem und dem Drehpunktspieler Moment, den wir schon angesprochen haben der FDP, dass im Prinzip entscheidet wer jetzt regiert.

00:42:45: da war dieses Ringel um die Mitte und dieses Austarieren von Kohl noch relativ funktional.

00:42:52: Schränksprichte mal dann, als die sozial-liberale Koalition abgelöst wird nicht von einem Regierungswechsel sondern vom Wechsel von Genscher zu Gensher.

00:43:02: Sondern verdeutlicht eigentlich die Konstellation.

00:43:05: und auf der anderen Seite gibt es natürlich für die Konservativen diese berühmte Faust in eine Hosentasche ballen wenn die Union einmal keine rechte Politik macht schlicht und ergreifend keine Option im Parteinsystem.

00:43:20: Das deutsche Parteien-System bricht mit den Bundestagseinsug der Grünen.

00:43:27: Aber es brichtet nicht, wie von Schreck-Notzing und anderen seiner Gesinnung erhofft nach rechts auf sondern es bricht nach links auf.

00:43:36: Und es gibt auch keinen Symmetrieeffekt das heißt die vierte Partei links produziert keine fünfte Partei rechts.

00:43:44: also

00:43:45: dieser Amputierte Arm des deutschen Parteien-Systems, dieser rechte amputierte arm von dem Schreck Notzing auch immer spricht.

00:43:52: Der bleibt fehlend!

00:43:54: Also dann wäre jetzt die Gründung der AfD, im Jahr zwei Tausend dreizehn sozusagen, dann die verspätete Realisierung von Tendenzen, die eigentlich schon in den Sechziger, Siebziger Jahren da waren?

00:44:08: Das wäre so wahrscheinlich verschränkt, auch wenn man sich das genauer anschauen müsste... in welchem Verhältnis eine Gesinnungspartei zu einer populistischen Partei steht.

00:44:18: Also da hat Schrenk auch sehr genau definiert für ihn und unterschieden, und es gab diese Versuche ja auch in der alten Bundesrepublik.

00:44:27: Ja ich kann mich noch mal auf Wildbad kreuen.

00:44:29: Die Republikaner unter Franz Schönhuber denken in den achtziger Jahren an Manfred Brunner und dem bunnfreier Bürger.

00:44:38: das war auch so ein Versuch So ein bisschen auch eine Heiderkopie der FPÖ in Österreich, vielleicht Schönhuber auch ähnlich.

00:44:46: Aber die sind alle gescheitert und ich glaube das beste Ergebnis von Schönhüber waren diese neun Prozent in Baden-Gürttemberg in den Neuzigerjahren.

00:44:54: Manzowers Strauß hat ja auch damit kockiert, die CSU auf Bundesebene auszudehen aber ist dann... Er hat

00:45:02: damit krockiert und er war sogar für viele die große Hoffnung!

00:45:07: Er war auch für Schränknotzing diese große Hoffnung.

00:45:10: Also, zu Lebzeiten von Strause, er ist in den Acht und Achtzig gestorben, hat Schränke eigentlich die Personalie in München als alternativlos gesehen.

00:45:20: Das heißt nur strausbar für ihn in der Lage aus verschiedenen Gründen Intellekt, Torek politische Kapazität und Partei eine vierte Partei zu gründen.

00:45:33: Und es gab ja mehrmals diese Momente.

00:45:35: Es gab sie während der Debatte um die Ostverträge, Siebzig bis Zweiundsiebzig.

00:45:39: Wo die CSU eigentlich immer auf diesem Nein bestanden hat.

00:45:44: Aber sie hat die Gemeinschaft der Union nicht aufgelöst.

00:45:47: Da gab es den berühmten Kräuter-Trennungsbeschluss im Jahr neunzehntsechs und siebzig, den man dann wieder zurückgenommen hat weil die CDU gedroht hat naja dann treten wir auch in Bayern an.

00:45:58: Na da hatte die CSUs immer weniger davon.

00:46:01: Also das Momentum unter Strauß Gabes.

00:46:05: Aber Strauss hat es eigentlich immer noch als taktisches Mittel eingesetzt, um seine eigene Position gegenüber Kohl zu verbessern.

00:46:11: Aber nicht weil er wirklich eine Rechtspartei gründen wollte.

00:46:16: In Honorationen-Dämmerung... Wenn man das liest, dann denkt man ja, manchmal so zum Haare raufen wie wieder auch die Konservativen sich doch nicht immer aufrafen können oder?

00:46:29: Es ist die Unterscheidung bei Schränk, die in der Honoration Dämmerungen deutlich macht zwischen dem Bürgerlichen Auf der einen Seite und den Konservativen auf der anderen Seite.

00:46:40: In der Debatte vermischt man beides immer gern seit Jahren bis heute, also man sagt irgendwie naja, bürgerlicher ist vielleicht ein bisschen konservativ oder haltungs-konservativ.

00:46:51: Für Schränke ist das aber ein elementarer Unterschied.

00:46:54: Also ein bürgernicher ist kein konservativer und ein konservativa muss kein bürgarlicher sein!

00:47:00: Er macht das fest, indem er in der Honorationendämmerung eigentlich auch der CDU ins Stammbuch schreibt was denn Konservativen wäre.

00:47:10: Er wollte immer – es hat er schon in Zukunft zu machen angedeutet eine konservative Theorie schreiben.

00:47:17: Er hat es zur Lebzeit nie gemacht.

00:47:20: Ich habe es versucht in meiner Biografie dann zu rekonstruieren anhand von seinem Lebenswerk und das war so der Union in der In Stammbuch schreibt das Folgendes, und zwar konsumativ zu sein bedeutet eine Situation der Gefährdung zu erkennen.

00:47:38: Und auch in der Lage ist es zu sein darauf zu reagieren.

00:47:41: Das heißt um ihnen ein Beispiel zu nennen, Situation der gefährden zu erkennen, Debatte um die Ostverträge wieder.

00:47:48: Genau diese Zeit wo das Buch fällt.

00:47:50: Also es ist die Grundsatzfrage gestellt zwischen den Augen?

00:47:56: aus der Lektüre noch ein paar Anmerkungen.

00:47:57: Also er hat ja wirklich befürchtet, dass man dann wenn man wirklich diese Ostpolitik zu Ende denkt so eine Finlandisierung Deutschlands droht.

00:48:08: das ist eben unter sowjetischen Einfluss gerät.

00:48:11: Das hat er schon als nicht so ungefährlich gesehen.

00:48:16: also auch in den Zukunftsmachern kommt es ja raus Dass er diese von den Amerikaner... Das war

00:48:23: eine Selbstaufgabe für Schreg.

00:48:27: Die Ratifizierung der Ostverträge hat für ihn nichts anderes bedeutet, dass die Deutschen ihre Stimme freiwillig in der Weltpolitik als eigenständiger Spieler zwischen den großen Blöcken des Kalten Krieges aufgegeben haben.

00:48:40: Und das bedeutet natürlich auch, dass sie ihre Souveränität aufgegeben habe.

00:48:45: Keine verfassungsrechtliche Frage wieder!

00:48:47: Aber die Deutschen haben sich in dieser Grundsatzfrage aufgegeben und damit hat sich ja auch die Union aufgegeben.

00:48:54: Ja, und ich finde das kommt ja auch bei Zugwurzmachern schon raus.

00:48:57: Also er sieht eben dass mit dieser linken Revolution die man mit der Pragafrülinge mit den Prägern erlebt hat letztendlich auch die Vorstellung verbunden ist es könnte sowas geben wie eine Konvergänz mit dem Ostblock.

00:49:09: Ja also zur selben Zeit um der Prägerei hatten wir auch den Prag auf Frühlinge als es gab auch ein Reformkommunismus.

00:49:17: und dann sind da so Vorstellungen vagabundiert Die Westeuropäer werden so etwas linker und die Ostblock-Kommunisten werden reformieren sich etwas, sondern könnte man den Ostwestgegensatz entschärfen.

00:49:36: Nähren Sie sich auch nicht?

00:49:38: Das Tauwetter.

00:49:39: Ja das TauWetter.

00:49:40: aber diese Tau Wetterpolitik hat Schränknotzing eigentlich immer als sehr gefährlich gesehen Das haben sie ja sehr schön beschrieben, weil die eben dann dazu führt dass die Deutschen ihre außenpolitische Stimme aufgeben.

00:49:55: Ja und ihre eigene Identität auch.

00:49:58: Schränke schreibt später zusammen mit Molo das Buch Deutsche Identität wo er diese Grundsatzfrage stellt wer sind wir denn?

00:50:06: Also eine Frage die die deutschen Geschichte sich schon öfter gestellt haben aber vor allem danach mit Blick auf die Wiedervereinigung.

00:50:14: Schrenken wir einen vehementer Kämpfer für die Wiedervereinigung.

00:50:17: Die Union hatte ihm am Schluss und auch zwischendurch immer zu wenig gekämpft, aber ohne deutsche Identität hätte es verschränkt.

00:50:25: Und das war immer konstituiv für ihn keine Wiedervereinigung gegeben.

00:50:30: Und dass man's auf der anderen Seite zulässt – diese Konvergenztheorie, dieses daraus folgende Tauwetter – auch wieder so eine erhoffte Liberalisierung?

00:50:41: Also ist es das ständige Erwarten, dass das Gute doch eintritt?

00:50:46: In dem, dass man glaubt die Welt wird dann schon von selbst irgendwie besser.

00:50:50: und das Ganze passiert auf dem Kampffeld der Kultur.

00:50:55: Und die Union hat sich in ihrer Geschichte noch nie auch nicht unter Konrad Adenauer – das wirft schränkt der Partei damals schon vor – für den Bereich der Kultur interessiert.

00:51:06: Adenauer hat sich auch nichts für die Massenmedien Interessiert.

00:51:09: Also seine Umfragen wurden immer schlechter und die großen Medien haben immer schlechter für ihn geschrieben, aber auf der anderen Seite wurden seine Wahlergebnisse immer besser und deswegen dachte er das ist eigentlich relativ egal dass diese Entwicklung aber eine kontinuierliche ist, die dem politischen Effekt nicht nach einer Woche einen Monat einem Jahr generiert sondern sich erst in Jahren bang bricht Das historische Versagen, das Schränk der Union vorwirft.

00:51:40: Dass man das immer negiert hat und als so eine feingeistig abseitige intellektuellen Debatte die ja eigentlich nichts zählt abgetan hat weil es geht doch um Macht und es geht auch ums Kanzleramt.

00:51:55: Das damit aber macht und macht Optionen für einen erotieren?

00:51:58: Das ist ein historisch blindes Fleck den Schränkt bei der Union ausgemacht hat Und der gilt auch für sie in einem Ausmaß heute noch, aber von rechts und von links aus der jüngeren Vergangenheit oder eigentlich aus dem hier-und jetzt zwei Beispielen nennt.

00:52:16: Also bei den Landtagswahlen verliert die Union in den ländlichen Regionen Sachsen-Anhalt Mecklenburg-Vorpommern eklatant gegenüber rechts gegen über der AfD Und auf der anderen Seite in der deutschen Hauptstadt in Berlin verliert die Union gegen die Linkspartei.

00:52:36: Das ist ja das Spannende, dass jetzt diese ganzen theoretischen Überlegungen plötzlich in der Wirklichkeit sich als Valide erweisen, wer willkommen

00:52:50: schränke, ist im Jahr zwei Tausendneuen gestorben.

00:52:53: also er hat auch Entwicklung und die Umstürze im deutschen Parteinsystem aktueller Art nicht mehr verfolgt.

00:53:00: Aber wenn man schränkt Notzing jetzt noch mal zu handeln, wenn wir die Hundertsuren dämmerung liest, die Zukunft zu machen um sein ganzes geistiges Ufre sich nochmal anschaut dann liegt da sehr viel Aktualität drin und es ist eigentlich ein Buch oder es ist ein Gedankengebäude von jemandem dass man auch im Jahr Niederscheiben hätte können, was schnell schon vor sechs bis sieben Jahren gemacht hat.

00:53:26: Wir kommen jetzt so langsam zum Schluss.

00:53:28: wie würden Sie jetzt versuchen diese Übersetzung auf die aktuellen Ereignisse herzustellen?

00:53:37: Also wir haben ja am Anfang des Podcasts auch das in den Raum gestellt dass es eben um Grundstrukturen geht, die Schränk erkannt hat und jetzt eben auch wirksam sind.

00:53:50: Was kann uns jetzt Schränk heute sagen konkret?

00:53:52: Also aus der Analyse von Schrenk-Notzin, vor allem aus den Sechzig und Siebziger Jahren.

00:53:58: Dass es um kulturelle Hegemonie geht, so angelehnt an die Theorie von Gramsci auch... Das müsste man ins Jahr zwanzig sechsundzwanzig übertragen nicht mehr als Kampf der Kulturen oder Kulturpolitik sondern ich glaube als Identitätspolitik.

00:54:14: D.h.,

00:54:16: die Union ist einer Gemengelage, wo sie von links und rechts herausgefordert ist.

00:54:23: Dass es in der Geschichte der Bundesrepublik nach über siebzig Jahren zum ersten Mal eine Rechtspartei-rechtste Union gibt CDU und CSU glaube ich so etwas wie ein psychologisches Schockerlebnis.

00:54:39: Also

00:54:39: schon Angela Merkel hat immer davon gesprochen, was haben denn die Konservativen oder die Rechten für eine Option?

00:54:46: Sie können ja nur uns wählen weil es keine Alternative gibt und daraus ist diese asymmetrische Demobilisierung entstanden, die sehr weit ins sozialdemokratische, ins grüne und ins liberale Lager eingedrungen ist.

00:55:00: Ich glaube, dass die Union dieses psychologische Schockmoment immer noch nicht A verdaut hat und B – das sehen wir eigentlich auch bei allen Wahlen in den letzten Jahren – sie hat noch keine Antwort darauf gefunden.

00:55:15: Diese Antwort müsste darin bestehen, dass man sich der Grundsatzfrage stellt ob man in der Lage ist als Volkspartei was die Union seit Jahrzehnten ist diese Identitätspolitik zu führen.

00:55:29: Und dieser Kampf geht auseinander in der Partei.

00:55:32: Das könnte auch so weit führen, wir reden jetzt über Sachsen-Anhalt den ersten AfD-Ministerpräsidenten möglicherweise im Dezember.

00:55:42: das könnte dazu fühlen dass es die Union tatsächlich zerreißt vor allem im Osten.

00:55:48: und dann wäre eine Frage vielleicht beantwortet die da lautet Es gibt auf der einen Seite eine Union die ist eine Zweckgemeinschaft Also die ist eine klassische Volkspartei, die ist auf Wähleroptimierung ausgerichtet und versucht in diesem aufgesplitterten deutschen Parteiensystem Mehrheiten zu suchen.

00:56:09: Sie findet sie dann zum Beispiel im Thüringen einer Brombea-Koalition.

00:56:14: also da ist irgendwie alles dabei was gerade noch im Parlament sitzt.

00:56:18: Und auf der anderen Seite gäbe es ein Lager das sich als Gesinnungsgemeinschaft versteht wie nicht unbedingt auf fünfzig Prozent schiel, sondern die sagt naja solange der eigene geistige politische Hauswalt sich in Ordnung befindet und wir mit unseren definierten Grundwerten im Reinen sind ist diese Partei in der Lage eine identitätspolitische Auseinandersetzung zu führen.

00:56:47: Aber es liegt das nicht noch viel tiefer bei Schränk?

00:56:51: Es wird ja schon klar, dass er im Prinzip die Theorischwäche der Union kritisiert.

00:56:56: Und da geht es ja nicht nur darum irgendwie einen Kurs umzusteuern sondern die Union muss in der Lage sein auch theoretisch strategisch zu denken und das ist ja gar nicht sichtbar.

00:57:12: Es gibt vielleicht vereinzelte Abgeordnete oder vereinzelt hier und dort Politiker innerhalb der CDU oder der Unionspartei wie damit wachen Augen machen Ohren den Debatten folgen, aber man sieht also von den ganzen Äußerungen her oder man sieht da jetzt nicht irgendwie so das irgendwie in seiner Weite erfasst wird was das Problem ist.

00:57:33: Dass man wirklich auf der theoretischen Ebene umsteuern muss und dass sich das auch als negativ auszahlt, dass man jahrzehntelang Kultur- und Gesellschaftspolitik vernachlässigt hat.

00:57:47: Mir hat es die Frage, ob diese Partei zu dieser Selbstdefinition findet.

00:57:53: Es läge eigentlich auf dem Tisch glaube ich und zwar die Partei müsste das machen was sie setzig Jahre nicht tun muss.

00:58:00: Sie müsste definieren warum sie auch eine konservative Partei ist.

00:58:05: Also die Union besteht ja aus mehreren Flügel.

00:58:07: Die besteht aus einem sozialen Flügeln im Namen der CSU schon verankert.

00:58:12: Der wurde in der CDU immer über die Sozialverbände definiert.

00:58:17: Der besteht aus einem Liberalsflügel, der wurde auch in der Partei eigentlich immer in einer Anbindung an linksliberale Intellektuelle und so weiter definiert.

00:58:28: Aber es gibt diesen selbst definierten konservativen Flügeln nicht weil er nie notwendig war.

00:58:35: Er war kein politisches Instrument für die Union.

00:58:38: zwar diese Alternativlosigkeit der Rechten in Deutschland Und wenn es die Partei schafft, dass sie diesen eigenen Konservatismus und die Frage wie und vor allem warum sind wir konservativ?

00:58:55: Und was ist das konservative Momentum an uns.

00:58:58: Dann glaube ich könnte die Union der rechten Konkurrenz etwas entgegenhalten.

00:59:04: Sie könnte sich übrigens auch von der linken Konkurrence besser abgrenzen.

00:59:08: also das ist diese Frage der Glaubwürdigkeit in der Politik.

00:59:12: Wir haben das schon die Versuche, wenn ich da unterbrechen darf.

00:59:16: Also März oder auch hier der scheidende CDU-Bürgermeister in Berlin.

00:59:23: Die haben ja schon auch konservative Elemente bedient.

00:59:28: Ja sie haben ja so Akzente gesetzt aber ich habe halt den Eindruck dass was Vieles da einfach nicht über Retour hinausgeht man versucht irgendwie so den Man versucht eben so, die konservative Marke auch zu besetzen.

00:59:42: So wie man eben auch im Marketing versucht.

00:59:46: Ja aber man weiß eigentlich nicht von was man spricht.

00:59:52: Ein schönes Beispiel ist dieser Gastbeitrag von Alexander Dobrindt.

00:59:55: Er legte schon mehrere Jahre zurück über die Konservative Revolution in der Welt.

01:00:00: Das ist ihm sofort um die Ohren geflogen?

01:00:03: die Analogie zu Armin Molos konservativer Revolution.

01:00:07: Also es hat eine Horde gegeben von linken, liberal, intellektuellen von den Medien, die dobernd auf die Finger kaut haben und ihm eine Grenze aufgezeigt.

01:00:18: Und so das hier darf die Union eigentlich nicht denken denn da geht sie in eine Richtung, die irgendwie außerhalb des demokratischen Spektrums wäre.

01:00:28: Die Reaktion der Union war auch relativ einfach sehr, dass irgendwie wieder zurückgenommen.

01:00:33: Also man hat das nicht ausboxstabiert.

01:00:37: Und um diese geiselhaft sich zu begeben, kann eigentlich nur dazu führen dass man sich politisch alternativlos macht.

01:00:44: und diese politische Alternativlosigkeit und Geiselhaft bedeutet mit einem anderen Wort auch die Brandmauer.

01:00:51: Jetzt haben mehrere Unionspolitiker in den letzten Wochen gesagt, es ist sogar Markus Söder an Deutschland hat der jungen Union.

01:00:58: Es brachte eine Brandmauer nach links und das ganze Konzept ist irgendwo gescheitert.

01:01:05: Was bedeutet die Brandmau für die Union?

01:01:07: Das bedeutet nichts anderes als dass SPD, Grüne und alles links am Mitte ein Abo auf die Regierung haben.

01:01:15: Das Gleiche gibt's in Österreich mit der sogenannten Franz-Gedoktrin ausseiten der SPÖ, also der Sozialdemokratie.

01:01:23: Dass man nicht auf Bundesebene mit der freiheitlichen Partei der FPÖ koaliert.

01:01:28: Das ist genau der gegenteilige Effekt!

01:01:30: In Österreich ist das ein Abonnement für die österreichische Volkspartei wiederum in der Regierung

01:01:38: und

01:01:38: wenn die Union da keine anderen Antworten findet dann wird sie versuchen müssen ob es irgendwann noch Mehrheiten gibt in dieser Geißelhaft Auf jeder parlamentarischen Ebene geringer.

01:01:50: Wir sehen es in diesen teilweise abstrusen Koalitionen schon in Ostdeutschland, in den ostdeutschen Bundesländern.

01:01:57: und auf der anderen Seite hat sich natürlich das Problem dass sie rechts von ihr extrem viel Platz lässt weil sie diesen Deutungskampf um eine konservative Position überhaupt gar nicht führt.

01:02:12: entweder sie kann es nicht oder sie will es nicht.

01:02:15: Ja das ist schon sehr seltsam.

01:02:17: Also vielleicht hier nochmal eine Anmerkung eben aus seinem Werkkonnerationendämmerung, der Untertitel heißt ja das Versagen der Mitte Bilanz und Alternative.

01:02:26: Und Frank Notzing beschreibt ja schon wie eigentlich dieser Begriff der neuen Mitte also auch ein Trick war von Willy Brandt.

01:02:35: Willy Brand hat dann die sozial-liberale Koalition als neue Mitte präsentiert und dann hat Vili Brandt dadurch bei der CDU damals Die Bewegung ausgelöst hat, da möchten wir eigentlich auch dazugehören.

01:02:49: Ja das ist doch die Mitte der Gesellschaft.

01:02:51: aber eigentlich ist die neue Mitte... Ist es eine linke Politik gewesen?

01:02:57: Hatschränke herausgearbeitet und irgendwie habe ich den Eindruck dass das die Union immer noch so in dieser Falle drin steckt.

01:03:03: Die möchte zu der Mitte von Willy Brandt dazugehören.

01:03:07: Ich möchte hauptsächlich zur Mitte von Angela Merkel gehören Und diese Mitte ist aber auch keine andere als die von Willy Brandt.

01:03:15: Die sind natürlich ein paar Jahre Zeit versetzt dazwischen, aber heute spricht man vor Framing.

01:03:22: in diesem Zusammenhang glaube ich und da waren die Bürgerlichen auch die Konservativen und selbst auch die rechten lange Zeit schlichte Angreifend immer schlechter als die Linken.

01:03:36: Schlecht Notzing hat damals schon geschrieben um so in Anführungszeichen Menschen verachten, umso antiquierter die Rechte dasteht und so mehr nutzt das natürlich der Linken.

01:03:47: Also dieses Zukunftsversprechen also eine positive Fantasie zu geben dass man sagt der Fortschritt macht sowieso alles besser es wird linear schöner für uns und es liegt ein großes Heißversprechen in den nächsten Jahren.

01:04:05: Das ist immer in Konflikt gestanden mit einer realistischen Position, auch mit einer skeptischen Position auf Seiten der Konservativen und auf den Rechten.

01:04:16: Und das ist natürlich sehr viel schwieriger dem Wähler zu verkaufen dass eine realistisch nüchterne Position besser ist als ein Zukunftsversprechen.

01:04:28: Wenn es dann auf der anderen Seite keine größeren Krisenerscheinungen gibt die die Bundesrepublik in den letzten Jahren verschont haben, dann kann es auch ganz ganz schwer und Zweifel an diesem Zukunftsversprechen geben.

01:04:41: Mit dem Jahr zwanzig fünfzehn unter Migrationswelle die wir in Deutschland und in ganz Europa erlebt haben hat sich das natürlich auch geändert.

01:04:50: also wir haben hier jetzt ein gesellschaftliches Krisenmomentum dass für sehr viele Leute der Bevölkerung einfach wahrnehmbar ist.

01:05:00: theoretisches Konstrukt mehr, wenn Schönhuber nach dem Jugoslawienkrieg vor zu viel Zuwanderung gewohnt hat oder auch andere Parteien in Zeiten wo wir über ganz andere Größenverhältnisse gesprochen haben.

01:05:15: Aber jetzt ist dieses Krisenmomentum so eklatant dass es für die Rechte natürlich die Möglichkeit gibt wiederum ein rechtes positives Zukunftsversprechen zu geben und zwar das man diese Krise löst.

01:05:31: Und da muss sich die Union jetzt irgendwo mal entscheiden, aber nach dieser Entscheidung oder nach dieser Antwort sucht sie seit mehr als zehn Jahren und sie findet zu keiner Position also es ist wie ein Ball von Wand zur Wand hin und hergeschlagen und kann eigentlich keine Antwort geben, die diese Einheit der Partei gewährleistet wird, also von den Liberalen über den Sozialen bis zu den Konservativen und bis zu dem Rechten.

01:06:00: Und diese Gemengelage ist auch für die nächsten Jahre die größte Herausforderung für die Union immer noch, und ausgang offen ehrlich gesagt.

01:06:10: Ja!

01:06:11: Vielen Dank Dr.

01:06:13: Eiber.

01:06:14: Danke Herr Glockenberger.

01:06:15: Wir brechen wir beenden jetzt hier.

01:06:18: man könnte das jetzt noch weiter spinnen.

01:06:21: es gibt noch viele Aspekte aber das soll jetzt mal genug sein hier Und ich denke, wir haben einen

01:06:29: guten

01:06:30: Überblick geschafft und auch gezeigt was man aus diesen beiden Werken noch ziehen kann.

01:06:37: Wir haben auch noch einige alte Bände von Zukunftsmacher bei uns in der Bibliothek die wir verkaufen können, die man bei uns bestellen kann.

01:06:48: Es zeigt sich dass es wirklich hin macht auch theoretisch zu denken auf die Kultur- und Gesellschaftspolitik zu schauen.

01:06:57: Vielen Dank!

01:06:58: Ich danke Ihnen, Danke!

01:07:00: Und liebe Hörer vielen Dank dass Sie dabei waren und wir wünschen Ihnen alles Gute.

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